Yoga täglich | Tagebuch eines Yoga-Powermonats 1

Voll motiviert fühle ich mich, zuletzt durch Anne aus dem Westerwald und die wunderbar biegsame Lara aus der Essener Gruppe, schon länger von den drei Yoga-Kays (Kay von YogaExperience, Kay von Yogaloft und meinem Lehrer aus dem ersten Jahr, Kay Aruna, der jahrelang täglich 2-4 Stunden praktiziert hat). Im Rahmen meiner zweijährigen Yogalehrerausbildung bei YogaVidya in Essen kann ich das komplette Yoga-Angebot der offenen Stunden im Center nutzen. Außerdem gibt es interessante Workshops mit Gastlehrern, und das ist eine gute Chance, meine Asana-Praxis zu vertiefen. Ich habe Zeit diesen Monat und werde, statt alleine zu üben, einen Monat lang möglichst täglich Kurse und Workshops besuchen (Plan siehe unten). Heute starte ich mein Experiment:

Ein Monat „ALL YOU CAN YOGA“

1. Tag Feierabend. Erst mal kurz nach Hause. Mir ist sehr danach, mich auf die Couch zu legen. Denke dagegen an, schnappe Hose, Top und Matte und fahre los. Bin viel zu früh da. Zeit, im Shop zu stöbern. Lese ein wenig in „Alles rund um Pranayama“ von Swami Sivananda. „Wirklich spirituellen Durchbruch erzielst Du nur, wenn du enthaltsam lebst (Bramacharya) . Du darfst nicht mit dem anderen Geschlecht sprechen, scherzen oder lachen. Nur wenn Du nur aus gesundheitlichen Gründen Yoga übst, musst du dich nicht an Bramacharya halten.“ Oh, Shiva! Ist das wirklich in Deinem Sinne? Beides erscheint mir verlockend, spirituelle Entwicklung und energetischer Austausch zwischen Mann und Frau! Ich lege das Buch erst einmal entschlossen zur Seite…

Die Stunde beginnt: Kurze Entspannung. Kurz! Ansage dazu: In dieser Stunde wird nur kurz entspannt. Zwischen den Asanas gar nicht. Na prima, OK, ich habe es so gewollt…

Asato ma sat gamaya
Tamaso ma jyotir gamaya
Mrityor maamritam gamaya

So beginnt die Mittelstufe für Fortgeschrittene:

  • 1 Runde Kapalabhati und eine längere Runde visualisierte Wechselatmung mit Bandhas und Konzentration auf den Energiefluss
  • Surya Namaskar einige Runden, die letzten beiden mit Kriegervariationen. Mein Hüfte will gerade sein, wenn sie nach vorne soll und steht steif, wenn sie flexibel sein soll. Dabei heisst es doch sthira sukham asanam, Sutra Patanjali, fest und gleichzeitig angenehm leicht soll die Haltung sein…
  • Vom herabschauenden Hund bauen wir nun direkt Sirsasana auf, den Kopfstand. Ich mag diese Haltung. Ich finde in ihr Gleichgewicht, Konzentration, Leichtigkeit und Stärke. Oh, genau so soll es sein!
  • Kurze Entspannung (sehr kurze) und den Schulterstand (Sarvangasana) vorbereiten. Wir halten den Schulterstand 3 Minuten. Die Hände sollen dabei parallel an der Wirbelsäule liegen, die Daumen nicht abspreizen (gelenkschonend). Erleichtert lasse ich mich ausatmend in den Pflug, Halasana, fallen. Doch, oh, die Fußrücken sollen aufliegen, das ist neu für meinen Körper. Alles was neu ist, ist … wow, anstrengend. Ich stöhne…. um dann wieder mit Erleichterung zurück in den Schulterstand zu kommen. Nochmal 3 Minuten halten. Halasana, diesmal „normal“, also gelernt: Fersen weg vom Körper, Zehen in Richtung Kopf… Ahhhhhh….
  • Vom Schulterstand aus mit einem Bein in die Schulterbrücke fallen lassen. In dieser Haltung muss ich sehr auf meine Knie achten. Achtsamkeit und Energie in die Knie! Weiter in den Fisch, Matsyasana, mit angenehmer Dehnung des Brustkorbs.. Mein unterer Rücken findet das jetzt nicht nur angenehm. Ich höre auf ihn und korrigiere leicht die Position meiner Hüfte… Schon besser.
  • Kurz entspannen. In den Langsitz, mit gespreizten Beinen. Arme hoch und erst die eine Seite dann die andere dehnen, in die Mitte, wieder die Seiten, den unteren Rücken lang ziehen. Dann in die klassische Pashchimottanasana, die Vorwärtsbeuge. Nicht wirklich meine Lieblingshaltung. Learn to love it, sagt Swami Vishnu-devananda leise in meinem Kopf…
  • In die Bauchlage, nicht Bauchentspannungslage, wie Kay zu sagen pflegte… Kobra-Variation, nein, die Hände liegen nicht entspannt auf, hinter dem Rücken, sie ziehen kräftig in Richtung Füße. Der Blick soll nach vorne gehen.
  • Es folgt Dhanurasana, der Bogen. Eine ideale Asana zum Stärken und Dehnen von Rücken, Schultern und Wirbelsäule sowie zur Dehnung der vorderen Oberschenkelmuskulatur. 
  • Kurze Entspannung in der Kindeshaltung, Garbhasana oder auch Balasana genannt. Aus dem Kniesitz heraus Aufbau Drehsitz, Ardha Matsyendrasana: Einatmen, aufrichten, ausatmen, aufdrehen… Aus der Haltung und…
  • in den Stand kommen. Das Dreieck aufbauen, angenehme Dehnung der Flanken genießen…
  • Wie schön zu hören: „Mache Dich bereit für Savasana“ … und doch gehe ich dorthin über die Krähe, Kakasana, denn die will ich regelmäßig üben, für Stärkung der Schultern und als Gleichgewichtsübung. Sobald ich still liege, schalte ich ab – gelernt ist gelernt:)

Nach dieser Stunde fühle ich mich entspannt und leicht. Und bin ein bisschen hungrig. Zu Hause angekommen gönne ich mir also noch ein Eis als Belohnung… Das geht natürlich nicht jedes Mal so, aber heute ist es ok. Gute Nacht!

ALL YOU CAN YOGA (in a month) – Live-Tagebuch

  1. Fortgeschrittene Mittelstufe – All you can yoga
  2. Offene Mittelstufe – Entspannung
  3. Yogastunde special – Kopfüber in den Skorpion
  4. Yogalehrerausbildungsabend – Touched by Vipassana
  5. 3 h Workshop Bodywork – Partner Asana – Grenzen erfahren
  6. Yogastunde Offene Mittelstufe – Licht im Dunkel
  7. Mittelstufe – Muskelkater von den … 
  8. Yogalehrer-Ausbildungsabend – Bemühungen
  9. 3 h Workshop Yoga Nidra
  10. 3 h Workshop Acro-Yoga und eine sanfte Mittelstufenstunde
  11. Fortgeschrittene Mittelstufe
  12. Yogastunde offene Mittelstufe
  13. Yogalehrer-Ausbildungsabend
  14. 3 h Workshop Schulter, Hals, Nacken
  15. Yogastunde Mittelstufe
  16. Yogalehrer-Ausbildungsabend
  17. Tagesseminar + 2 x 90 Minuten Chakra-Yoga in Bad Meinberg
  18. Tagesseminar + 1 x 90 Minuten Chakra-Yoga in Bad Meinberg
  19. Fortgeschrittene Mittelstufe
  20. Yogastunde Mittelstufe
  21. Yogalehrer-Ausbildungsabend
  22. 3 h Workshop Thaiyoga
  23. Tagesseminar + 2 x 90 Minuten Yoga
  24. Tagesseminar + 1 x 90 Minuten Yoga
  25. Eigener Workshop Yoga für Läufer 3 Tage
Ich mag Trailrunning in wilder Natur, Yoga & Stille, Essen, Lachen und gute Gespräche. Meine Stärken sind es, strukturiert Situationen zu erfassen und sie gezielt zu planen und zu gestalten. Am liebsten gebe ich Motivation & Knowhow weiter, um gemeinsam effizient und mit Leichtigkeit an deinen Zielen arbeiten zu können.

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Simone Gerhard - 5. Februar 2016 Reply

Super-Idee… ich versuche es mal als Fastenritus… wo kann man den Rest des Tagebuches lesen?

GLG und Om Shanti Simone

    Sabine - 5. Februar 2016 Reply

    Hallo Simone, danke, das ist sozusagen live und in farbe – taeglich erscheint ein neuer bericht, hier und auf der facebook-seite. oh ja, Fasten gehoert ja quasi dazu, viel erfolg und tiefe einsichten 🙂 om shanti sabine

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