Inspiration & vegane Köstlichkeiten | 15

Den ganzen Tag Yoga – wie muss man sich das vorstellen? Heute ist der erste Tag vom langen Yogalehrer-Ausbildungs-Wochenende. Wir treffen uns um 11:00, die meisten kommen mit den Händen voller Schüsseln mit Köstlichkeiten. Dieses weitestgehend vegane Buffet wird unser Mittagessen und Abendessen sein, wie großartig! Doch zuerst heißt es: On the mat!

Surya Namaskar plus

Oh, wie lange können Minuten sein, in denen man sich erst in der Haltung einfindet… Das Ergeben fällt manchmal schwer, manchmal leichter… Als Yogalehrer im zweiten Jahr der Ausbildung bekommen wir eine Stunde für Fortgeschrittene, was sich zuerst einmal in einer ausgedehnten Aufwärmphase zeigt… Bin ich froh, mittlerweile den Sonnengruß in mein privates Übungsset mit eingebaut zu haben, inklusive einiger Dreh- und Haltevariationen, sonst käme ich hier schnell außer Atem. Es geht ganz schön zur „Sache“… 

Asana meistern

Wer ein Asana meistern will, halte es 120 Minuten. Oha! Mit einer Mischung aus Bewunderung und ungläubigem Staunen höre ich das. Gleichzeitig sagt eine Stimme in mir: Mach doch einfach mal! Welche Asana könnte dafür geeignet sein? Ich bin mir recht schnell sicher: Die Vorwärtsbeuge, die uns als Beispiel genannt wurde, befinde ich für mich als ungeeignet. Zu große Widerstände. An manchen Tagen kann ich mich gut darin einrichten, nach relativ kurzer Zeit jedoch vermeine ich nur noch die Bänder meiner hinteren Oberschenkelmuskeln zu spüren, die erst leise, dann immer deutlicher zu verstehen geben, dass sie diese Dehnung bitte gemächlicher wünschen. Wenn ich die Stimmen ignoriere, strafen sie mich mit ziemlichem Schmerz. Bin ich bereit, an Grenzen zu gehen? Ich sitze seit 30, 40 Jahren nahezu täglich 8 Stunden – da werde ich mir mit der Dehnung der hinteren Oberschenkelmuskulatur einfach noch mehr Zeit geben müssen 🙂

Ich suche nach Alternativen: Kopfstand mag unangemessen sein, 2 Stunden wäre verdammt viel… Auch im Sarvangasana, dem Schulterstand, wird nach einiger Zeit die Körperspannung nachlassen, so dass es dann wieder der untere Rücken, wäre, der die Arbeit machen müsste. Auch Halasana, den Pflug, halte ich wegen der Belastung der Halswirbelsäule für ungeeignet. Kobra, Heuschrecke, Bogen? Undenkbar! Für den Drehsitz gibt es schöne Varianten, die vielleicht passen könnten… Dann erinnere ich mich: Waren es nicht die Sitzhaltungen in Meditation, die lange gehalten werden sollten? Ist nicht in der Stille, in der Meditation sitzen, eines der Ziele der Übungen? 120 Minuten still und unbeweglich sitzen – ein neues Projekt, demnächst hier zu finden 😉

Pause mit veganen Köstlichkeiten

In der Pause stärken wir uns ausgiebig! Wie viel köstlicher ist so ein Essen, wenn es nach 2 anstrengenden Yogastunden genossen werden kann! Kenne ich sonst nur vom Laufen… Am Nachmittag beschäftigen wir uns mit den pragmatischen Regeln und Grundsätzen für Yogalehrer. Als Fazit dazu gefällt mir gut: Ziel sollte sein, den Teilnehmern ein gutes Gefühl zu vermitteln – Rapport geht vor, wie wir im NLP sagen 🙂 

Danke an diese tolle Gruppe!

Wir wären nicht diese tolle Gruppe, wenn sich nicht doch noch spirituelle Aspekte einschleichen würden: Von ethischen Grundsätzen gelangen wir zu Karma: Wir philosophieren darüber, wie detailliert der Plan für uns ist, und was davon unserem freien Willen unterliegt… Interessante Frage, auch wenn uns auch hier wieder Zweifeln ergreift. Zweifel sind gut, wenn sie bedeuten, Dinge bewusster zu hinterfragen. Zweifel ohne Vertrauen schaffen Entscheidungskonflikte und Zweifel ohne Erfahrung führen zu Zwickmühlen. Eines scheint gewiss: es geht so lange weiter im Erkenntnisprozess, bis wir uns mit den Zweifeln arrangieren. Was bedeuten kann, dass man aufgibt, Dinge forcieren zu wollen. Denn der Verstand kann uns durchaus vom Erkennen abhalten…

Ich möchte gerne einmal sagen, wie wohl ich mich in eurer Gesellschaft fühle! Danke dafür!

Wir beenden den Tag mit einem Satsang, dem Zusammensitzen gleichgesinnter Menschen mit dem Ziel, sich auf dem spirituellen Weg weiter zu entwickeln. Jaya Ganesha!

ALL YOU CAN YOGA (in a month) – Live-Tagebuch

  1. Fortgeschrittene Mittelstufe – All you can yoga
  2. Offene Mittelstufe – Entspannung
  3. Yogastunde special – Kopfüber in den Skorpion
  4. Yogalehrerausbildungsabend – Touched by Vipassana
  5. 3 h Workshop Bodywork – Partner Asana – Grenzen erfahren
  6. Yogastunde Offene Mittelstufe – Licht im Dunkel
  7. Mittelstufe – Muskelkater von den ...
  8. Yogalehrer-Ausbildungsabend – …Bemühungen
  9. Mittelstufe Yogaloft – Yoga mit Musik
  10. 3 h Workshop Yoga Nidra
  11. Fortgeschrittene Mittelstufe – Dynamisches Yoga trifft Stille
  12. Yogastunde offene Mittelstufe – Yoga-Routine
  13. Yogalehrer-Ausbildungsabend – Korrekturen
  14. 3 h Workshop Schulter, Hals, Nacken – Ersatz: 3 h Workshop Asanas intensiv
  15. Yogalehrerausbildung-Wochenende – Tag 1 – Inspiration & vegane Köstlichkeiten
  16. Yogalehrerausbildung-Wochenende – Tag 2 – Entspannung durch Hüftöffner
Ich mag Trailrunning in wilder Natur, Yoga & Stille, Essen, Lachen und gute Gespräche. Meine Stärken sind es, strukturiert Situationen zu erfassen und sie gezielt zu planen und zu gestalten. Am liebsten gebe ich Motivation & Knowhow weiter, um gemeinsam effizient und mit Leichtigkeit an deinen Zielen arbeiten zu können.

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