Entspannungstechnik: Akupressurmatte nach dem Yoga
Entspannen auf der Akupunkturmatte – sinnvolle Ergänzung für Regeneration und Entspannung
Nach einer Yogaeinheit ist der Körper mobilisiert, gut durchblutet und oft angenehm ermüdet. Gleichzeitig ist das Nervensystem – je nach Stil – noch aktiviert. Deshalb ist Entspannung nach dem Yoga wichtig. Die Anwendung einer Akupressurmatte kann eine angenehme und sinnvolle Abwechslung zu Shavasana sein. Liegen auf der Akupunkturmatte ersetzt keine Yogapraxis, kann deren Wirkung jedoch vertiefen.
Wie muss ich mir eine Akupressurmatte vorstellen?
Die Akupressurmatte besteht aus einer Rückenlangen Matte, z.B. aus Kokosfasern, die auf einer Seite mit vielen kleinen Druckspitzen besetzt ist, die beim Liegen auf Rücken oder Nacken mechanische Reize auf die Haut ausüben. Meine Matte hat diese Spitzen in Lotusblüten form – schön, aber wahrscheinlich nicht unbedingt notwendig 🙂
Liegt man mit dem Rücken auf der Matte führen die Reize zu:
- einer lokalen Mehrdurchblutung
- Stimulation sensibler Nervenbahnen
- reflektorischer Muskelentspannung
- Aktivierung parasympathischer Prozesse
Das anfänglich intensive Druck- oder Schmerzgefühl lässt in der Regel nach einigen Minuten nach und wird häufig als Wärme, angenehmes Pulsieren oder Kribbeln wahrgenommen.
Wirkung der Akupressurmatte auf Muskulatur und Faszien
Nach kraftbetonten Asanas – Halteübungen, Kriegerpositionen – bleibt oft eine erhöhte Muskelgrundspannung bestehen. In Shavasana wird die Entspannung eingeleitet.
Wenn Du Shavasana mal auf der Matte auprobieren möchtest, können 15–20 Minuten helfen:
- Restspannungen z.B. im Bereich der Rückenmuskulatur zu reduzieren
- die subjektive Regeneration zu verbessern
- die Körperwahrnehmung zu differenzieren
Einfluss auf das Nervensystem
Dynamische Yogastile aktivieren das Herz-Kreislauf-System und steigern die Sympathikusaktivität. Die gleichmäßige Druckstimulation der Matte wirkt ausgleichend. Viele Yogis berichten über:
- ruhigere Atmung
- sinkende Herzfrequenz
- mentale Entlastung
- bessere Schlafqualität
Physiologisch lässt sich dies durch eine Verschiebung hin zu parasympathischer Dominanz erklären.
So gehts: Praktische Anwendung der Akupunkturmatte
- Dauer: 10–20 Minuten
- Position: Rückenlage, ggf. mit leicht erhöhten Beinen
- Atmung: ruhig, nasal, mit verlängerter Ausatmung
- Unterlage: Bei empfindlicher Haut zunächst ein dünnes Shirt tragen
Eine regelmäßige Anwendung – etwa nach intensiven Trainingseinheiten oder am Abend – ist sinnvoller als sporadische, lange Sitzungen.
Geeignet für:
- sportlich aktive Personen
- Menschen mit muskulärer Verspannung
- Personen mit stressbedingter Anspannung
- als Bestandteil eines strukturierten Regenerationskonzepts
Nicht geeignet bei offenen Hautstellen, schweren Gerinnungsstörungen oder ausgeprägten Sensibilitätsstörungen.
Fazit
Die Akupressurmatte ist ein einfaches Instrument zur Unterstützung von Regeneration und vegetativer Regulation.
Nach dem Yoga kann sie helfen, den Übergang von Aktivierung zu Erholung bewusst zu gestalten und bietet eine Abwechslung zu Shavasana und den Entspannungstechniken in Shavasana. Der Nutzen liegt in der regelmäßigen, ruhigen Anwendung.
Medizinische Einordnung der Akupressur
Akupressur basiert auf dem Prinzip der mechanischen Stimulation definierter Hautareale. Aus physiologischer Sicht lassen sich die Effekte über neuroreflektorische Mechanismen erklären: Druckreize aktivieren kutane Sinneszellen (Mechanorezeptoren), beeinflussen segmentale Verschaltungen im Rückenmark und können über das vegetative Nervensystem muskuläre Spannung sowie Stressreaktionen modulieren.
Für Akupressurmatten im Speziellen ist die Studienlage noch begrenzt, Hinweise deuten jedoch auf Verbesserungen im subjektiven Schmerzempfinden, im Stressempfinden und in der Entspannungswahrnehmung hin.
Aus medizinischer Sicht kann die Anwendung daher als risikoarme, unterstützende Maßnahme im Rahmen eines ganzheitlichen Regenerationskonzepts betrachtet werden – sie ersetzt jedoch keine therapeutische Behandlung bei strukturellen oder chronischen Erkrankungen.
